Das Gebiet von Terroir de Caux hat ein reicher Architekturerbe zu bieten, das im Laufe der Zeit von der Geschichte und den Traditionen geprägt wurde.

Ob bürgerliche oder religiöse Bauwerke: Die Geschichte der Region spiegelt sich in der Architektur wider. Zwar sind die meisten Gebäude für die Öffentlichkeit unzugänglich, von den Straßen und Wanderwegen sind sie jedoch gut sichtbar. In den Steinen der Schlösser, Herrenhäuser, Bauernhäuser, Taubenschläge, Mühlen, Häuser und Villen, Rathäuser, Kirchen und Wegkreuze lässt es sich lesen wie in einem offenen Buch …

Schlösser

In einigen Orten verbergen sich hinter den Bäumen riesiger Anwesen imposante Schlösser. Einige von ihnen sind zum Glück gut sichtbar und tragen stolz ihre Fassaden zur Schau, die aufgrund der Verwendung verschiedener Materialien wie Sandstein, Feuerstein und Ziegel oft in mehreren Farben gehalten sind.

Das Schloss von Imbleville – Château de la Coutûre, bisweilen auch als Perle der Saâne bezeichnet – lädt Sie in seine Wassergärten ein, damit Sie es aus nächster Nähe betrachten können. Es sei denn, Sie werfen bei einer Wanderung auf dem Fernwanderweg GR 212 einen Blick auf das majestätische Bauwerk!

Das Schloss Bosmelet in Auffay dagegen kann besichtigt werden und bietet Ihnen so, neben einem Spaziergang durch seinen Park und seine Gärten, einen Einblick in die Inneneinrichtung und die prächtige Sammlung von Alain Germain: Gemälde, Kostümzeichnungen, Bühnenbilder und Operndekorelemente.

Guts- und Herrenhäuser

Das Manoir de Gourel aus dem 15. Jahrhundert ist das berühmteste Herrenhaus der Region. Es befindet sich in dem gleichnamigen Weiler in der Gemeinde Brachy und trägt stolz seine massigen Sandsteintürme zur Schau. Die Gebäudefassade wurde ausschließlich aus Sandstein errichtet, was dem Bauwerk eine gewisse Originalität verleiht. Brachy birgt noch andere sehr schöne Gebäude, die einst den Unternehmern der im 19. Jahrhundert an den Ufern der Saâne florierenden Industrie gehörten, von der noch die Sheddächer ehemaliger Fabriken zeugen.

Bauernhäuser und „Clos-Masures“

Wie in jeder ländlichen Region, die etwas auf sich gibt, wimmelt es natürlich auch im Pays de Caux nur so von imposanten Bauernhäusern. Durch die Verwendung einheimischer Materialien, die den Bauernhofgebäuden bisweilen die Farbpracht eines Herrenhauses oder Schlosses verleihen, ist die Architektur für die Region unverkennbar.

Die typischen Bauernhofgebäude bieten ein wunderschönes und interessantes Zusammenspiel, das perfekte Beispiel dafür ist der Clos de L’Aiglerie in Bacqueville-en-Caux. Der Clos-Masure oder die Cour-Masure ist eine für das Pays de Caux typische und einzigartige Bauernhofstruktur: Alle Bauernhofgebäude befinden sich auf einem von Gräben oder Baumreihen (in der Regel Buchen) umschlossenen Grundstück. Die Gebäude sind meistens Betriebs- und Wohngebäude, wie auf der Ferme des Tourelles in Auppegard, die ein gutes Beispiel für einen Clos-Masure ist.

Bürgerliche Gebäude

Auch was die bürgerlichen Bauwerke angeht, gibt es in unserer Region jede Menge zu entdecken, denn einige unserer Gemeinden können auf eine ereignisreiche Geschichte zurückblicken. Neben den Überresten von Festungen wie in Lammerville weist die Architektur unserer Dörfer weitere Besonderheiten auf, die einen kleinen Abstecher wert sind. Das Rathaus von Luneray wurde auf einem ehemaligen Kornspeicher errichtet und ist ein wunderbares Beispiel der bürgerlichen Architektur, wie auch das Rathaus von Bacqueville-en-Caux, dessen Größe dem Rathaus einer Stadt in nichts nachsteht. Das Rathaus von Gruchet-Saint-Siméon ist in dem ehemaligen Pfarrhaus des Ortes untergebracht. Das Rathaus von Gueures befindet sich im ehemaligen Bahnhofsgebäude. Das Rathaus von Lestanville ist das kleinste unserer Gegend und noch relativ neu. Bis 1994 musste der Bürgermeister seine Funktionen von zu Hause ausüben!

Religiöses Erbe

Jede unserer Gemeinden verfügt über eine oder mehrere religiöse Gebäude, die in der Regel katholisch sind. Luneray, die protestantische Bastion der Region, sticht dagegen durch seine evangelische Kirche hervor. Die Kirche Saint-Pierre in Auppegard fällt durch ihren gedrehten oder geflammten Kirchturm auf, der ihr einen ausgefallenen, aber nicht minder majestätischen Aspekt verleiht. Die unter Denkmalschutz gestellte Kirche Saint-Pierre in Longueil wurde von Abt Cochet als die schönste Kirche im Saâne-Tal bezeichnet. Der vorherrschende Baustil ist die Gotik, aber romanische Grundlagen sind ebenfalls zu sehen, z. B. in Lamberville oder Avremesnil. Das imposanteste religiöse Bauwerk der Gegend ist ohne Zweifel die denkmalgeschützte prächtige Stiftskirche in Auffay mit ihren berühmten Stundenschlägern, den Jacquemarts „Paquet Sivière“ und „Houzou Bernard“, zwei Automaten aus dem 17. Jahrhundert, die alle Viertelstunde die Glocken läuten.

In unsere Region sind zahlreiche Wegkreuze zu finden, von denen einige teilweise mit einem erstaunlichen Volksglauben verbunden sind, wie die Croix de Sainte Apolline in Ouville-la-Rivière, an der Bänder niedergelegt werden und die Heilige Apollonia um die Heilung von Kopf- oder Zahnschmerzen gebeten wird, oder die Croix de Saint-Léonard in Bacqueville-en-Caux, die Eltern mit ihrem Kind in den Armen dreimal umrunden und dann ein Band niederlegen müssen, damit das Kind frühzeitig laufen lernt. Diesen Legenden und anderen Volkserzählungen des Pays de Caux können Sie bei den Führungen oder Spaziergängen mit Geschichtenerzählern lauschen, die wir jedes Jahr veranstalten!