Das Terroir de Caux ist eine landschaftliche Vielfalt an den Ufern seiner vier Hauptflüsse.

Die mal wilden, mal gebändigten Küstenflüsse Saâne und Scie spielen in der Geschichte der Landwirtschaft und Industrie ihrer Täler eine wichtige Rolle. Die etwas diskreteren Flüsse Vienne und Varenne dagegen sind durch ihre wildere Natur und ihre reiche Umgebung (für die die Vienne im Übrigen unter rechtlichen Schutz gestellt wurde) nicht weniger interessant.

Entdecken Sie diese Flüsse auf den Wanderwegen mit ihren zahlreichen Rastmöglichkeiten in unseren malerischen Dörfern …

Die Saâne, Zeugin und Akteurin der lokalen Geschichte

Die Saâne entspringt in Val-de-Saâne und mündet nach 36 km in den Ärmelkanal.

Obwohl das Tal der Saâne fernab der großen Verkehrsachsen liegt, entwickelten sich hier im Laufe des 19. Jahrhunderts Landwirtschaft und Industrie. Bereits ab dem 18. Jahrhundert siedelten sich zahlreiche Mühlbetriebe an den Flussufern an, in denen Weizen gemahlen, Flachs geschwungen und später Elektrizität produziert wurde. Von den 32 Wasserkraftwerken an der Saâne kann heute noch in dreien Strom erzeugt werden. Beim Bau der ersten Eisenbahnlinien wurde das Saâne-Tal zunächst links liegen gelassen, zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschloss man aber, das Tal mit einer kleinen Eisenbahn an die moderne Welt anzuschließen. Die von der Eisenbahngesellschaft Normandie betriebene Linie wurde 1912 eingeweiht und transportierte Menschen und Waren bis zum Haupteisenbahnnetz (die Linien von Rouen nach Le Havre und von Dieppe nach Fécamp). Der „Tortillard“, wie der Zug genannt wurde, prägte bis zu seiner Aufgabe 1947 die lokale Geschichte und die Herzen der Einwohner.

Was den Fischbestand in der Saâne angeht, halten sich die „wilden“ Bachforellen trotz eines starken Rückgangs in den vergangenen 30 Jahren hartnäckig. Der Fluss ist ebenfalls die Heimat einiger Wanderfische wie Lachs oder Meeresforelle. Für Angler ist die Saâne mit ihren Angelstrecken, die vom Angel- und Wasserschutzverband von Dieppe und Umgebung gepflegt werden, ein echtes Paradies.

Die Vienne, geschütztes Naturgebiet

Dieser kleine, 16 km lange Fluss ist der Hauptzufluss der Saâne. Er entspringt in Beauval-en-Caux und mündet in Gueures in die Saâne.

Als Hauptzufluss der Saâne blickt die Vienne auf eine Geschichte zurück, die eng mit der Geschichte der Saâne verbunden ist. So fuhr die kleine Eisenbahn Tortillard einige Gemeinden des Tals an. An den Ufern der Vienne wurden einst neun Mühlen betrieben, von denen heute nur noch Ruinen oder bisweilen einige Wasserfälle und Gebäude zu sehen sind. Ein Beispiel ist die Mühle Marquet in Lamberville.

Die Natur im Vienne-Tal ist nahezu unberührt, weshalb das Tal 1996 als malerischer Ort mit landschaftlicher Qualität unter rechtlichen Schutz gestellt wurde. Aus diesem Grund werden das Natur- und Architekturerbe des Tals sorgfältig gepflegt, zur großen Freude von Wanderern und Naturliebhabern! 

In der Flickr-Galerie unseres Fotografen Gérard Durand können Sie auf einen ausgiebigen Spaziergang durch das Vienne-Tal gehen. Schauen Sie doch mal rein!

Die Scie, das Tal der berühmten Persönlichkeiten … und der Apfelbäume!

Die Scie schlängelt sich von ihrer Quelle in Etaimpuis über 38 km durch die Landschaft der Normandie, bis sie in Pourville-sur-Mer in den Ärmelkanal mündet.

Das enge Tal dringt tief in das Pays de Caux ein und durchquert Orte, in denen berühmte Gäste ihre Spuren hinterlassen haben: Longueville-sur-Scie, Saint-Victor-l’Abbaye, wo noch immer die Erinnerung an Wilhelm den Eroberer in der Luft liegt, Auffay und Umgebung, wo Flaubert seine Romanheldin Madame Bovary in Szene setzte und Michel Hollard die V1-Stellungen entdeckte und den Alliierten so ermöglichte, ihren Einsatz zu verhindern.

Zahlreiche Mühlen hatten sich seit dem Mittelalter am Fluss angesiedelt. Heute kann nur noch eine von ihnen besichtigt werden: die Mühle Moulin de l‘Arbalète in Saint-Maclou-de-Folleville. Der Rest des Tals wird für die Landwirtschaft, genauer gesagt für den Obstanbau, genutzt.

Die Varenne, Tal der Bisons

Die Varenne bildet die Grenze zwischen dem Terroir de Caux und dem Pays de Bray und mündet nach 40 km in den Arques.

In dem hauptsächlich ländlichen Tal der Varenne bietet der Wald von Eawy zahlreiche Wandermöglichkeiten. Zudem beherbergt er die größte Zucht kanadischer Bisons in Europa: Rêve de Bisons. Die Anlage bietet Urlaubsunterkünfte, Besichtigungen der Bison- und Geweihträgerzucht mit dem Geländewagen, Wanderparcours durch den Wolfspark, Restaurant und Sportaktivitäten. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Fahrt auf der Varenne im Kanu-Kajak? Ein absolutes Highlight im Terroir de Caux!

Wie zahlreiche andere Flüsse der Region ist auch die Varenne ein Fluss der ersten Kategorie, d. h. dass die Familie der Lachs- oder Forellenfische (Lachse, Meeresforellen und Bachforellen) in ihm zu Hause ist.